14. Februar REDs: Kaum jemand kennt es – viele sind betroffen
Schon mal vom „Relative-Energy-Deficiency-in-Sport“ -Syndrom bei Frauen – kurz: REDs – gehört? Kaum jemand kennt es – viele sind betroffen: Inzwischen belegen diverse Studien: Zwischen 20 % und über 50 % aller sportlich aktiven Frauen (…in manchen Studien sogar deutlich mehr) – zeigen Anzeichen oder ein erhöhtes Risiko für REDs, wobei der Anteil Betroffener im Leistungssport besonder hoch ist. Inzwischen wird jedoch immer deutlicher: Auch im ambitionierten Freizeitsport weist ein erheblicher Anteil von Sportlerinnen RED-S-Symptome auf.

Das Wissen um die Probleme ist beileibe nicht neu: Bereits Anfang der 1990er-Jahre beschrieben Forschende das Zusammenspiel aus Essstörung bzw. niedriger Energieverfügbarkeit, Amenorrhö und verminderter Knochendichte bei Frauen im Sport, damals unter dem Begriff Female Athlete Triad
Die Folgen sind vielschichtig: Zyklusstörungen bis hin zur Amenorrhö, verringerte Knochendichte mit erhöhtem Stressfrakturrisiko, chronische Müdigkeit, Leistungs-abfall, erhöhte Infektanfälligkeit,Konzentrationsprobleme, depressive Verstimmungen. Entscheidend ist: RED-S ist kein rein sportmedizinisches, sondern in erster Linie ein ernährungstherapeutisches Thema dass im Optimalfall von einem multidisziplinären Team aus Ernährungsfachkraft, Arzt, Physiotherapeut, Sportphysiologen und Psychologen behandelt werden sollte – mit Fokus auf ▪ ausreichende Gesamtenergiezufuhr ▪ gezielte Kohlenhydratzufuhr rund ums Training ▪ Versorgung mit Mikronährstoffen (insbes. Eisen, Vitamin D, Calcium) ▪ Reflexion bzw. Anpassung des Essverhaltens.
Prof. Dr. Claudia Osterkamp, Ernährungswissenschaft-lerin und Ex-Leistungssportlerin gehört hierzulande zu den wenigen RED-S Expert*innen. Ihr freiraum-Webinar ‚REDs‘ bei Sportlerinnen – was für Ernährungsfachkräfte wichtig ist“ hatte vergangenen Freitag Premiere vor 25 begeisterten Ernährungsfachkräften – u.a. dank Fallbeispielen und praxisnaher Präsentation ernährungstherapeutischer Strategien.
Abb.: KI Dr. Friedhelm Mühleib